Gude liebe Lilienfans,
anbei das Formular mit dem ihr ein Auskunftsersuchen bei der Bundespolizei stellen könnt. Dieses könnt ihr mit euren persönlichen Daten ausfüllen und an die Bundespolizeiinspektion Karlsruhe versenden.
Datei zum Ausfüllen:
Gude liebe Lilienfans,
anbei das Formular mit dem ihr ein Auskunftsersuchen bei der Bundespolizei stellen könnt. Dieses könnt ihr mit euren persönlichen Daten ausfüllen und an die Bundespolizeiinspektion Karlsruhe versenden.
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Liebe Lilienfans, liebe Öffentlichkeit,
auch einen Tag nach den Ereignissen sind wir noch immer fassungslos über das, was sich gestern abgespielt hat. Nachdem wir die Geschehnisse etwas sortieren konnten, erhärtet sich für uns der Verdacht, dass es sich um eine gezielt vorbereitete und systematisch durchgeführte Polizeiaktion gehandelt haben könnte.
Fast 9 Stunden wurden 250 Lilienfans am Karlsruher Bahnhof festgehalten und in einer „Bearbeitungsstraße“ durchsucht, fotografiert und zur Abgabe ihrer Personalien gezwungen.. Platzverweise wurden erteilt und die Stadt Karlsruhe durfte nicht mehr betreten werden.
Bereits bei unserer Ankunft am Karlsruher Hauptbahnhof war das Auftreten der Polizei von auffälliger Anspannung und großer Aggressivität geprägt. Direkt am Gleis beim Aussteigen wurde ein erster Lilienfan gewaltsam von der Gruppe separiert. Die weiteren Fans hatten sich zunächst ruhig in die Bahnunterführung begeben, ehe es aus für uns nicht nachvollziehbaren Gründen zu einem massiven Vorrücken der Einsatzkräfte mitten in einer beengten Bahnhofsunterführung kam.
Nach unseren Beobachtungen wurden rund 30 Personen einen Gang hinaufgetrieben und anschließend von oben wartenden Einsatzkräften ebenfalls attackiert.
In welchem Verhältnis steht ein solches Vorgehen und was ist eigentlich vorgefallen?
Der weitere Ablauf des Einsatzes wurde bereits angedeutet.
Auch nachdem die Personalien aufgenommen worden waren, bestand keine Möglichkeit, den Ort vorzeitig zu verlassen. Das Auftreten etlicher Beamt*innen wird von Beteiligten als „provokant“ beschrieben. Kommunikation fand nur in stark eingeschränktem Maße statt.
Die Versorgung der festgehaltenen Personen war währenddessen völlig unzureichend. Da der Zugang zu Toiletten nur sehr eingeschränkt möglich war, sahen sich einige Betroffene gezwungen gegen die Bahnhofswände zu urinieren. Es ist für uns nicht hinnehmbar, dass Menschen über Stunden festgehalten werden, ohne ausreichend mit Wasser versorgt zu sein und ohne einen angemessenen Zugang zu grundlegenden sanitären Einrichtungen zu haben. Dass hiervon auch Minderjährige betroffen waren, macht die Situation umso unverständlicher.
Die neuen Erkenntnisse bestärken uns in unserer Forderung nach einer umfassenden, transparenten und unabhängigen Aufarbeitung der Ereignisse.
Für Betroffene sind wir am kommenden Heimspiel hinter der Südtribüne ansprechbar. Verletzte des Einsatzes sollten erlittene Verletzungen durch ärztliche Untersuchung dokumentieren. Generell ist die Anfertigung eines Gedächtnisprotokolls für alle dabei gewesenen zu empfehlen.
Wir halten euch auf dem Laufenden.
Lilien-Fanhilfe
Liebe Lilienfans, liebe Öffentlichkeit,
es ist so weit: Auch wir sind heute mittlerweile von der deutschlandweit zu beobachtenden Eskalation im Verhältnis zwischen Fußballfans und Polizei betroffen.
Menschen wurden verletzt, festgehalten und ein Tag, der für viele von uns als Ausgleich zum Alltag gedacht war, endete in Chaos und Frustration.
Wie gefühlt jedes Jahr machten sich Lilienfans aus verschiedenen Fanclubs gemeinsam mit dem Zug auf den Weg nach Karlsruhe. Was normalerweise eine entspannte Anreise und einen unbeschwerten Fußballtag verspricht, nahm bereits bei der Ankunft am Karlsruher Hauptbahnhof eine völlig andere Wendung.
Dort wurden wir von einem massiven Aufgebot der Bundespolizei und BFE-Einheiten empfangen. Schnell wurde uns klar, dass an diesem Tag etwas anders war. Durch die räumliche Einschränkung in der Unterführung des Bahnhofs der rund 250 Lilienfans entstand eine beengte Situation, die für zusätzliche Anspannung sorgte und bei einigen ein Gefühl von Platzangst auslöste.
Wenige Minuten später eskalierte die Situation dann komplett: Nach unseren Beobachtungen trieben mehrere Beamte der Bundespolizei ohne für uns erkennbaren Anlass zahlreiche Menschen unter Einsatz von Schlagstöcken einen Gang in Richtung eines Gleises hinauf. Oben warteten vermummte Polizeikräfte.
Nach mehreren Minuten der massiven Gewaltanwendung befanden sich schließlich noch vier Lilienfans auf dem oberen Gleis. Eine davon war so schwer verletzt, dass ein Rettungswagen angefordert werden musste. Der Rest verharrte sehr beengt und vorerst ohne die Möglichkeit eine Toilette aufzusuchen oder sich etwas zu trinken zu besorgen.
Für uns als Fanszene ist nicht nachvollziehbar, weshalb ein derartiger Polizeieinsatz notwendig war und warum die Situation auf diese Weise eskalieren musste.
Darüber hinaus liegen uns Hinweise vor, dass ein Polizeibeamter eine Glasflasche aufgehoben und in Richtung der Menge geworfen haben soll. Auch dieser Vorfall muss aufgeklärt werden.
Im Anschluss mussten sich alle festgehaltenen Lilienfans einer ID-Behandlung unterziehen, erhielten daraufhin einen Platzverweis für Karlsruhe und wurden nach Hause geschickt ohne das Spiel sehen zu dürfen.
Wir erwarten Antworten! Wir wollen wissen, weshalb es zu diesem massiven Polizeieinsatz kam, auf welcher Grundlage die Maßnahmen erfolgten und warum Verletzungen so billigend in Kauf genommen wurden. Ebenso erwarten wir eine transparente Aufarbeitung der beobachteten Polizeihandlungen.
Fußballfans sind keine Gefahr, die es pauschal zu kontrollieren, einzuschränken oder mit Gewalt zu begegnen gilt. Wir haben ein Recht darauf, gemeinsam zu unseren Spielen zu reisen.
Wir fordern eine umfassende und transparente Aufklärung der Vorfälle in Karlsruhe.
Lilien Fanhilfe am 18.10.2026 / 12:44
Wie alle angereisten Lilienfans bemerkt haben dürften, wird das Thema Fantrennung im bundesweiten Vergleich sehr unterschiedlich gewichtet. Während in Darmstadt hohe Investitionssummen dafür eingesetzt werden mussten, ist vergleichbares in Dortmund schlicht nicht vorhanden. So weit so gut, schließlich gibt es keinen Grund, Fußballfans vorab zu kriminalisieren. Dennoch wäre es ratsam, wenn ohenhin eingesetzte Polizeikräfte so koordiniert würden, zumindest an neuralgischen Punkten für Sicherheit zu sorgen. Dies war am Samstag offenbar nicht der Fall. Anders ist es kaum zu erklären, wie eine Personengruppe von Heimfans unbemerkt bis auf den Gästebusparkplatz vordringen konnte, um Darmstädter Fans anzugreifen. Im Gegensatz zur Darstellung im Polizeibericht „trennten“ die Einsatzkräfte die Parteien nicht.
Statt sich der Verfolgung der Dortmunder Angreifer zu widmen, konzentrierten sich die Maßnahmen der Polizeikräfte nun auf die Lilienfans, die sich ihrerseits schnell zurückzogen. Die Überforderung der wenigen Beamt*innen zeigte sich in laustarken Beleidigungen und hektischen, sich widersprechenden Kommandos, die als einzige Folge hatten, eine eigentlich befriedete Sitution erneut zu eskalieren. Deutlich als deeskalierend erkennbare Fans und Mitarbeiter des Vereins gingen hier dazwischen und waren sichtlich erfolgreich einen Fan nach dem anderen zurück zu den Bussen zu argumentieren. Gerade als dieser Vorgang kurz vor dem endgültigen Abschluss stand, begannen die Einsatzkräfte ohne Vorwarnung unter Einsatz des Einsatzmehrzweckstocks oder der bloßen Hände voraus zu stürmen und zuerst die Schlichter tätlich anzugehen.
Unter Hinzuziehung weiterer Kräfte wurde nun versucht, die Darmstädter Fanbusse zu umzingeln, was – vielleicht gewollt? – aber nicht gelang. So konnten sich erneut Fans des BVB von der anderen Seite darunter mischen. Es entstand eine unübersichtliche Lage von zwischen Bussen umher flüchtenden Fans und nicht nachvollziehbaren oder kommunizierten Zugriffsversuchen der eingesetzten Kräfte. In Phasen der Beruhigung beschäftigten sich einzelne Beamte zu gerne damit ihren Schlagstock möglichst aufreizend direkt vor untätigen Lilienfans zu jonglieren. Es war leider eindeutig erkennbar, wer hier kein Interesse an einer Befriedung der Situation hatte.
Weitere Verdächtige wurden von der Polizei in Reisebussen vermutet, weshalb zunächst alle Busse an der Abfahrt gehindert wurden, während PKWs bereits abreisen durften. Nach Gutdünken wurden dann verschiedene Busse zur Abfahrt freigegeben, ungeachtet dessen, dass sich Fans auch in Fahrzeuge anderer Fanclubs gerettet hatten, ihnen teils aber untersagt wurde, wieder zur eigenen Gruppe zurück zu kehren.
Am Ende verblieben sechs Busse weiterhin am Parkplatz. Leider dauerte es fast zwei Stunden, ehe sich die Polizei über die Vorgehensweise einig wurde. Es stellte sich heraus, das zwei Personen gesucht würden, die von Einsatzkräften als mutmaßliche Täter erkannt worden sein sollen. Es wurden Fotos vorgelegt, auf welchen die beiden Personen an Bussen stehend abgebildet waren, Tatbeweise wurden keine vorgelegt. Obwohl es für sie ein leichtes gewesen wäre, den Ort des Geschehens zu verlassen, waren beide Personen noch anwesend. Als ihnen bekannt wurde, dass ihre Personalien für die weiteren Ermittlungen benötigt werden würden, waren beide unter Begleitung von Anwälten bereit, sich freiwillig aus den Bussen zu begeben und zu kooperieren. Wir gehen im Vertrauen auf rechtsstaatliche Prozesse davon aus, dass sich ihre Unschuld erweisen wird. Obschon der deutlich artikulierten Aussage der leitenden Polizeikräfte vor Ort, dass es nach Abschluss dieser Personalienfeststellung zur Abreise der Gästefans kommen würde, wurden in Salamitaktik immer wieder neue Vorwürfe konstruiert, um eine Verlängerung der Maßnahme zu erreichen. Dies konnte schließlich unter Einflussnahme verschiedenster Institutionen und abgewendet werden, so dass dieses Schauspiel gegen 20.30 Uhr ein Ende fand und die Abreise angetreten werden konnte. Unser besonderer Dank gilt dabei den Anwälten der Fanhilfe aus Dortmund, welche die Lilienfans schnell und tatkräftig unterstützten.
Bei den Polizeimaßnahmen wurde weiters ein Darmstädter PKW beschädigt. Leider war es den später zahlreich anwesenden Kräften auch in den Folgestunden nicht möglich, den Schaden aufzunehmen, weshalb tatsächlich eine weitere Streife hinzugerufen werden musste.
Wir bitten alle Lilienfans, uns an lilien-fanhilfe@gmx.de aussagekräftige Videoaufnahmen zukommen, eigene Verletzungen trotz des Pfingstwochenendes ärztlich dokumentieren zu lassen und uns darüber in Kenntnis zu setzen. Wir wünschen allen bei diesem Vorfall verletzten Menschen eine gute und schnelle Genesung!
Erst kürzlich wurde im aktuellen Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) der wiederholte Rückgang von eingeleiteten Strafverfahren und verletzten Personen im Zusammenhang mit Fußballspielen festgestellt – Ein Trend, der seit Jahren anhält. Weshalb nun also erneut Gesetze verschärft werden sollen, um Fußballfans noch mehr als ohnehin schon zu kriminalisieren, erscheint schleierhaft. Vielmehr scheint es ein erneut billigster Versuch, sich über kurzgedachte und ineffektive Maßnahmen als vermeintlich „durchgreifender“ Law-and-Order-Politiker in der Öffentlichkeit profilieren zu wollen.
Die Erfahrung der Fanhilfen zeigt, dass die bereits existierenden Gesetze und weitgehenden Strafverfolgungsmöglichkeiten bei Fußballfans im Vergleich zu anderen gesellschaftlichen Gruppen bis zum letzten ausgereizt werden. Das Prinzip der Verhältnismäßigkeit wird von Polizei und anderen Behörden oftmals kaum bis gar nicht beachtet. Ohne jemals einer Straftat schuldig gesprochen worden zu sein, mit einem bereits bei Zustellung Gebühren verursachenden Betretungsverbotsbescheid bedacht zu werden, ist Zeugnis dessen genug. Ähnliches gilt für die Speicherung in illegalen Polizeidateien, ohne darüber auch nur ansatzweise informiert zu werden. Was an Fußballfans aus Sicht der Sicherheitsbehörden „erfolgreich“ getestet wurde, trifft später auch alle anderen. Inwieweit der Entzug der Fahrerlaubnis beispielsweise zu sichereren Fußballspielen beitragen soll, bzw. dass umgekehrt eine Person, die im Stadion auffällig wird, gleichzeitig nicht fahrtüchtig sein soll, bedarf ebenso mindestens einer Erklärung. Aus Sicht der Fanhilfen handelt es sich hierbei schlichtweg um Populismus und das auf Kosten von Freiheitsrechten eines jeden Einzelnen.
Bezüglich Pyrotechnik von einer gesellschaftlichen Missbilligung und dem Ausdruck zu verleihen in einer solchen Totalität zu sprechen, erscheint überdies mindestens anmaßend in Anbetracht sicherlich durchaus abweichender Meinungen bei nicht wenigen Menschen, die tatsächlich die Fußballstadien der Republik besuchen. Nicht nur als Fußballfan, sondern auch als gemeiner Steuerzahler fragt man sich doch eingängig, ob es nicht wichtigere Themen auf einer Innenministerkonferenz zu besprechen gibt, die die Gesellschaft in der Tat derlei missbilligt.
Insbesondere im Hinblick auf negative Beispiele in eben jenen Strafverfolgungsbehörden in der jüngsten Vergangenheit sowie eine mangelnde transparente Fehlerkultur und die daraus resultierenden Folgen.
Unverhältnismäßige Nacktkontrolle der Polizei in Heidenheim
Beim Spiel in Heidenheim musste ein angereister Lilienfan leider einen Vorfall erleben, der an Unverhältnismäßigkeit kaum zu überbiete sowie ein Paradebeispiel für die Missachtung menschlicher Würde von Fußballfans durch Polizeibeamte ist.
Als ein Lilienfan am Eingang des Gästeblocks mit einer geringen Menge Betäubungsmittel erwischt wurde, nahm die Polizei dies zum Anlass auch einen minderjährigen Stadionverbotler, welcher sich in der Nähe der Einlasskontrolle im für ihn kommunizierten Bereich aufhielt, unverhältnismäßig zu kontrollieren. Für gewöhnlich reisen Stadionverbotler oftmals trotz des Betretungsverbotes zu den Spielen an, um zumindest auf An- und Abreise den Fußballtag mit ihren Freund*innen erleben und genießen zu können.
Begründet durch eine kurze Konversation mit dem wegen Betäubungsmitteln Verdächtigen wurde auch er verdächtigt, Betäubungsmittel bei sich zu führen. Außer einem kurzen „Hallo“ und der räumlichen Nähe der beiden Personen lagen nach unserer Kenntnis allerdings keine begründeten Verdachtsmomente vor. Bei der Kontrolle des Stadionverbotlers fanden die Beamten Eintrittskarten für die Partie, was sie zum Anlass nahmen ihm einen beabsichtigten Hausfriedensbruch zu begehen. Dass er diese im Vorfeld gekauften Karten – während des bereits laufenden Spiels – nur mit sich führte, um sie an ihre im Stau stehenden Inhaber übergeben zu können da er ohnehin vor dem Stadion bleiben musste, interessierte die Beamten jedoch nicht.
Der minderjährige Lilienfan wurde auf die Stadionwache verbracht und bekam zu keiner Zeit die Möglichkeit einen Rechtsbeistand, die Fanbeauftragten des SV98 oder andere Fans zu kontaktieren. Was sich schließlich auf der Stadionwache abspielte grenzte an Nötigung und war eine klare Verletzung der Würde des minderjährigen Lilienfans: Zunächst wurde er gezwungen, die Eintrittskarten zu zerreißen. Danach musste er sich seiner kompletten Kleidung entledigen und von den Polizisten auch noch im Intimbereich durchsuchen lassen. Die Durchsuchung bestätigte die Angaben des Fans: Gefunden wurde nichts. Nach dieser entwürdigenden und übergriffigen Maßnahme konnte unter Einbeziehung der Fanbeauftragten beider Vereine auch der Vorwurf des „geplanten Hausfriedensbruchs“ aus der Welt geschafft werden, so dass dem jungen Fan keine weiteren Konsequenzen drohen.
Dennoch wirft dieser Vorfall Fragen an das Verhalten der eingesetzten Polizeibeamten auf:
Ist es verhältnismäßig, einen Minderjährigen derartig zu kontrollieren, nur weil er sich in dem ihm angewiesenen Bereich aufhielt und damit zufällig in der Nähe einer Einlasskontrolle stand?
Ist es im Sinne des Gesetzgebers, einen Minderjährigen ohne Einräumen einer Kontaktmöglichkeit nach Außen entwürdigend auszuziehen und zu durchsuchen?
Ist es verhältnismäßig, ihn zu zwingen gültige Eintrittskarten zu zerreißen?
Welches Rollenverständnis ihrer selbst hat die Polizei gegenüber Minderjährigen und welches Bild ihrer rechtsstaatlichen Rolle möchte sie diesen vermitteln?
Lilien-Fanhilfe Darmstadt am 24.09.2019
Gude Lilienfans,
vor dem Hintergrund der Vorkommnisse bei der Anreise zum Pokalspiel in Magdeburg hier einige Infos der Lilien-Fanhilfe für die kommende Partie am Samstag:
Ein Anwalt der Magdeburger Fanhilfe wird die Lilienfans am Busparkplatz in Empfang nehmen und den Anmarsch zum Stadion begleiten. Da Anwälte allerdings „nur“ Anwälte sind, haben sie relativ geringe Möglichkeiten in polizeilichen Maßnahmen direkt zu intervenieren. Die Begleitung durch den Anwalt dient der direkten Betreuung in Festnahmefällen und der Dokumentation polizeilicher Übergriffe. Daher folgende Hinweise.
Name, Vorname, Geburtsort und -Datum, Meldeadresse und Berufsstand (Student*in, Angestellte*r, usw.)
Die Lilien-Fanhilfe wünscht allen anreisenden Lilienfans eine sichere, vorfallsfreie An- und Abreise, sowie einen erfolgreichen Stadionbesuch.
SoliDArisch gegen Polizeigewalt und Repression!
Lilien-Fanhilfe Darmstadt

Gude Lilienfans,
die meisten dürften noch wissen, dass bei unserem Pokalspiel in Magdeburg letztes Jahr ein vollkommen unverhältnismässiger und brutaler Polizeieinsatz gegen unsere Fanszene stattgefunden hat. Betroffen waren nicht nur Ultras und aktive Fans, sondern viele
weitere organisiert angereiste Lilienfans. Die Aufarbeitung seitens der Polzei zu diesem
Einsatz war, trotz massiver Kritik seitens der Heim- und Gästefans und sogar aus der Politik, komplett undifferenziert und ohne ein Wort von Selbstkritik. Ein Hohn für die, durch
Pfefferspray und Knüppel, verletzten Lilienfans und für diejenigen, denen der Spieltag
dadurch trotz Weiterkommen im Pokal komplett vermiest wurde.
Zu allem Überfluss sind nun tatsächlich noch Strafverfahren gegen Lilienfans eingeleitet worden, die von der Polizei angegriffen worden sind, um diesen Einsatz noch irgendwie zu rechtfertigen. Wir solidarisieren uns massiv mit allen Angeklagten und werden diese so gut es geht unterstützen. denn es hätte an diesem Tag jede/n von uns treffen können…
Sich gegen solche Verfahren zur Wehr zu setzen kostet neben viel Kraft eben auch Geld. Daher haben wir beschlossen beim Heimspiel gegen Regensburg einen Solidaritäts-Spieltag zugunsten der Angeklagten zu machen. Wir werden zu diesem Zweck vor und nach dem Spiel ein Soli-Shirt anbieten (gegen 18,98 Euro Mindestspende) und auch ansonsten Spenden an allen Ausgängen sammeln. Jede Münze und jeder Schein helfen den Leuten dabei zu ihrem Recht zu kommen!
Mehr informationen bekommt ihr am Lilien-Fanhilfe-Stand am Fancontainer.
WIR SIND SOLIDARISCH
GEGEN POLIZEIGEWALT & REPRESSION!
Im Nachgang des Heimspiels gegen Dynamo Dresden mussten wir leider erneut feststellen, dass südhessische Gastfreundschaft scheinbar keine Tugend des Ordnungsdienstes oder der eingesetzten Polizei zu sein scheint. Bereits häufiger gab es Beschwerden seitens einiger Gästefans am Böllenfalltor über die Art und Weise der sehr übergriffigen und teilweise schikanösen Kontrollen. Auch die Dresdner AnhängerInnen konnten dies nach ihrem jüngsten Besuch bestätigen, sodass erneut die Frage nach der Behandlung von Gästefans am Böllenfalltor gestellt werden muss. Hier ist besonders der Verein in der Pflicht darauf zu achten, dass die MitarbeiterInnen des von ihm beauftragten Ordnungsdienstes Gästefans zwar gründlich, aber nicht übergriffig kontrollieren. Wir erleben schließlich auswärts sehr häufig selbst diese Art von Kontrollen und möchten in keinem Fall, dass AuswärtsfahrerInnen am Böllenfalltor die gleichen Erfahrungen machen. Wir fordern daher unseren Verein und den eingesetzten Ordnungsdienst auf, penibel darauf zu achten, dass man bei allen Sicherheitsmaßnahmen Gästefans immer noch als Gäste behandelt!
Dies gilt auch für die eingesetzten Beamten der Beweis- und Feststellungseinheit (BFE), welche nach dem Spiel am 23.02.2019 mehrere Fahrzeuge von Gästefans wegen eines gezeigten Spruchbands gegen Innenminister Peter Beuth durchsuchten, um das Banner sicherzustellen. Dabei kam es zu langwierigen Verzögerungen bei der Abreise der Gäste. Als sich einige gegen die Durchsuchung ihrer Autos aussprachen und diese zurecht nur mit einem richterlichen Beschluss akzeptieren wollten, legten die eingesetzten Beamten diesen nach 90minütiger Wartezeit vor. Gefunden wurde am Ende trotzdem nichts und so bleibt erneut die Frage nach der Verhältnismäßigkeit eines solchen Einsatzes hessischer Beamter? Es scheint, als wäre Majestäts- bzw. Ministerbeleidigung aktuell die größte Straftat in unserem Bundesland. Der hessische Innenminister und seine Sicherheitsbehörden tun derzeit alles dafür, auf kritische Situationen eskalierend statt deeskalierend einzuwirken. Welches Ziel sie damit verfolgen, bleibt offen.
Lilien Fanhilfe am 11. März 2019
